Die Baulückenbande!

Berlin wird immer voller und enger. Gerade wird hier jede Lücke im Blockrand, jede Brachfläche, jeder Zwischenraum zugebaut. Ja, es wird Wohnraum gebraucht, vor allem bezahlbarer. Den meisten Investorinnen und Investoren geht es jedoch um Rendite und es darf kaum davon ausgegangen werden, dass das Problem der bezahlbaren Mieten durch die ganzen Neubauten gelöst werden wird. Und ja, Stadt bedeutet Verdichtung, das unterscheidet sie von ländlichen Regionen. Dabei sind es gerade die brachliegenden, zugewachsenen Flächen, die Lücken und Durchgänge, in denen tolle Sachen passieren!

Unser Verein, der ASP, entstand auf einer solchen Brache, einer Freifläche, die kurzerhand besetzt wurde und auf der nach und nach ein Abenteuerspielplatz entstand. Für viele Jahre war das ein toller Ort, an dem nicht nur die Kinder ihre Freude hatten.

ASPNachbarinnen und Nachbarn saßen abends oft beim Lagerfeuer zusammen, es fanden Sommerfeste statt, „Trebekinder“, die zuhause weggelaufen waren, konnten hier ihre Wäsche waschen, Duschen und was Essen. Für ganz viele war der Platz ein wichtiger Ort und nicht nur die Kinder weinten, als er eines Tages mit hohem Polizeiaufgebot geräumt wurde, um einem Neubau Platz zu machen.
ASP1

 

Was passiert, wenn es solche Freiflächen nicht mehr gibt? Das YAAM beispielsweise, hangelt sich von einer Zwischennutzung zur anderen. Die Cuvrybrache, auf der der Jugend-, und Kulturclub lange bestand, wird aktuell bebaut und soll dann von Zalando bezogen werden. Egal ob der Jugendzirkus Schatzinsel oder das Cabuwazi, mit seinen verschiedenen Zirkusstandorten, ohne Freiflächen und Baulücken hätten die Zirkuszelte alle keinen Platz. Oder der Prinzessinnengarten, den gäbe es ohne Baulücke auch nicht. Jede Brache ist ein potentieller Garten! Und es gibt auch noch die kleinen Durchgänge, die verwilderten Ecken zwischen den Häusern, die grünen Flächen im Blockkern, wo früher mal Häuser standen, die vielleicht im Krieg weggebombt wurden und nie ersetzt wurden. Wo kann man denn als Kind noch unbeaufsichtigt spielen oder sich mit Freunden treffen? Sogar im Grölt wird jede dunkle oder nicht einsehbare Ecke vernichtet, um keine Drogen verstecken zu können. Das nimmt dem Park das letzte bisschen Wildnis, die doch gerade für Stadtkinder so wichtig ist! Kinder leben nicht nur auf zugewiesenen Flächen, bewegen sich nicht nur zwischen Kita/Schule und Spielplatz, sondern sie leben mitten in der Stadt! Zwischen den Häusern, auf den Strassen und Plätzen. Vielleicht sollten wir eine Initiative für den Erhalt von Baulücken gründen! »Die Brache bleibt unser!« oder die »Baulückenbande«. Wer ist dabei?

 

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