Unser Brief an die Bezirksbürgermeisterin und die BVV

Wir haben der Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann und der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einen Brief geschrieben:

Liebe Frau Hermann, liebe BVV,

wir sind Kinder aus dem Wrangelkiez und machen gerade ein Projekt zu Gentrifizierung/Verdrängung im Wrangelkiez und was das für Kinder bedeutet. Ein Thema ist dabei auch der Verkehr, der immer mehr und vor allem immer aggressiver wird. Zwar ist der gesamte Wrangelkiez verkehrsberuhigter Bereich („Spielstraße“), doch da hält sich kaum jemand dran, nicht mal die Polizei. Viele wissen es auch gar nicht, weil die Wrangelstraße – anders als die Seitenstraßen – über keine Schwellen, Markierungen oder sonstige Merkmale verfügt.

Wir haben am 28.5., dem Weltspieltag, mit Plakaten dazu aufgerufen, den Wrangelkiez spielend zu besetzen und ihn an diesem Tag mal so zu nutzen, wie es eigentlich immer sein sollte. Wir haben Luftballons, Straßenkreide und Federballspiele besorgt und haben angefangen, auf der Straße zu spielen. Es hat lange gedauert, bis andere Kinder sich überhaupt auf die Straße getraut haben – kein Wunder, bei dem Verkehr. Eigentlich war geplant, den ganzen Kiez zu bespielen, das war aber leider nicht möglich. Der Verkehr war zu stark und da wir immer wieder von Autofahrern und Autofahrerinnen beschimpft wurden, haben wir uns auf eine Kreuzung (Wrangelstraße/Falckenstein-straße) zurückgezogen.

Unsere Aktion war trotzdem ein Erfolg, weil viele erst dadurch mitbekommen haben, dass der ganze Kiez „Spielstraße“ ist. Vor allem Eltern fanden die Aktion klasse und wir haben viel positives Feedback bekommen.

Wir schreiben diesen Brief aber nicht, weil wir uns über eine gelungene Aktion freuen. Wir schreiben ihn, weil wir sauer sind!

Wir wussten natürlich, wie schlimm der Verkehr im Kiez ist. Aber nachdem wir einige Stunden in direkter Konfrontation mit Autofahrenden verbracht haben, waren wir trotzdem geschockt über die Menge an Autos, ihre Geschwindigkeit und die Aggressivität der Fahrer und Fahrerinnen. Wir wurden beschimpft, ungefragt gefilmt und hatten manchmal wirklich Angst davor, angefahren zu werden. Die Polizei hat „Gott sei Dank“-geseufzt, als wir ihnen gesagt haben, dass wir einpacken. Dabei haben wir einfach nur den Raum genutzt, der allen Fußgängerinnen und Fußgängern zur Verfügung stehen sollte und wo Kinderspiele erlaubt sind.

Für alle im Kiez wird der Raum enger: Die Gehwege sind so dicht mit Tischen und Stühlen der Gastronomie vollgestellt, dass man praktisch auf die Straße gedrängt wird. Da rasen die Autos, parken in 2ter Reihe, dazwischen die Radfahrerinnen und Radfahrer. Für Kinder, alte oder beeinträchtigte Menschen ist da kein Platz. Daran muss sich dringend etwas ändern!

Wir fordern sie als Bürgermeisterin und als BVV auf, den verkehrsberuhigten Bereich vor allem in der Wrangelstraße klarer zu kennzeichnen und durchzusetzen. Vor allem an den Kreuzungen, aber auch dazwischen sollten Fahrbahnmarkierungen unmissverständlich klarmachen, dass es sich um eine „Spielstraße“ handelt. Die kleinen und kaum zu sehenden Schilder an den Einfahrten zum verkehrsberuhigten Bereich reichen nicht aus. Und die Schilder innerhalb des Bereichs sind meist völlig beklebt und kaum zu sehen.

Es muss dringend was passieren!

Emma, Glen, Kimi, Malina, Nina, Oskar, Ruben und Kessy

Mal gespannt, was nun passiert!

 

 

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