Kuschelkissen gegen Vertreibung

In England, aber auch hierzulande sieht man sie immer häufiger: Dornen/Stacheln gegen Obdachlose. Durch bauliche Veränderungen sollen Obdachlose vertrieben werden, die sonst in Hauseingängen und vor Schaufenstern Schutz finden vor Regen, Wind und Wetter. Bänke in Bahnhöfen werden durch feste Armlehnen unbrauchbar zum Schlafen oder sind so gebaut, dass man sich nicht mehr darauf legen kann. Mancherorts sollen Plätze klassischer Musik beschallt werden, um Obdachlose zu vertreiben. Im Grunde geht es immer darum, dass eine bestimmte Gruppe von Menschen, in der Regel obdachlose und bettelnde Menschen, aus den Innenstädten, von öffentlichen Plätzen und aus öffentlichen Gebäuden vertrieben werden.

Auch das ist eine Folge der Gentrifizierung, die bestimmt, wer sich wo aufhalten darf. Wie der Artikel (im verlinkten Original unten auf Englisch) sagt:

»Bei der Gentrifizierung geht es nicht nur darum, dass die Hauspreise steigen und schicke Cafés entstehen. es geht auch darum, Menschen und Verhaltensweisen, die auf den Straßen unerwünscht sind, zu entfernen. Sie können vor einem Café so lange verweilen, wie Sie möchten, wenn Sie für Essen und Getränke bezahlen, aber versuchen Sie, auf einem Fensterbrett zu sitzen und ihr eigenes Essen zu essen und Sie werden gebeten, wegzugehen. Anti-Obdachlosen-Stachel erheben einen sehr schmerzhaften Anspruch auf öffentlichen Raum. Sie sind die Manifestation der wahren Aussage hinter der Gentrifizierung: Das ist jetzt unser Raum, nicht deiner. «

In Manchester haben nun Anwohner*innen auf einen sehr spezielle Art und sehr hartnäckig auf diese Stacheln vor einem öffentlichen Gebäude reagiert: Sie haben sie mit Kissen und Matratzen abgedeckt, Bücherregale dazu gestellt und den Obdachlosen belegte Brote gebracht. Nach Gesprächen mit einem Gemeinderatsmitglied wurden die Stacheln dann wieder entfernt. Ein schönes Beispiel dafür, dass man solche Dinge nicht einfach hinnehmen muss, sondern mit wenigen Mitteln aber einer klaren Haltung viel bewegen kann. Bei allen Schwierigkeiten, die wir durch die Gentrifizierung erfahren, dürfen wir nicht vergessen, dass es andere noch viel härter trifft und das diese Menschen unsere Solidarität und unsere Hilfe brauchen.

Hier der Artikel im Original.

 

 

 

 

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